Technostress

Technostress oder Technikstress ist eine bestimmte Unterkategorie des Phänomens Stress. Technostress wird in alltäglichen Situationen verursacht, in denen es zu einer Überforderung des Benutzers durch neue technische Geräte oder Systeme kommt. Technostress ist eine Reaktion des Körpers auf die starke psychische Belastung welche durch die Technologie hervorgerufen werden kann. In vielen Weisen steht sie für den Widerstand gegen Veränderungen, welche neu eingeführte Technologien mit sich bringen (Quelle: Wikipedia).

Eine Studie aus den USA hat herausgefunden, dass Jugendliche, welche nur eine Stunde am Tag online sind, am glücklichsten sind, das das zumindest ergab die Studie der San Diego State University, die im Fachmagazin „Emotion“ veröffentlicht ist. Wirklich glücklicher machen Aktivitäten, wie sie schon lange vor der heutigen Digitalisierung üblich waren – Sport, Lesen, Verabredungen (Quelle: Heise Online). Jugendliche, wie auch Erwachsene und Berufstätige haben heute die ständige Angst, etwas zu verpassen. Sei es einerseits ein E-Mail, eine News oder eine Verabredung oder ein Treffen, welches über WhatsApp, Facebook oder Instagram angekündigt wird.

Stress am Arbeitsplatz ist eine der bedeutenden Herausforderungen unserer Arbeitswelt, die mit Folgen für die betroffenen Arbeitnehmenden (z.B. gesundheitliche Einschränkungen), aber auch für die Unternehmen (z.B. durch Fehlzeiten) einhergeht. Gesundheitsförderung Schweiz erhebt aus diesem Grund seit einigen Jahren den Job-Stress-Index sowie weitere Kennzahlen wie die Erschöpfungsrate und das ökonomische Potenzial von Verbesserungen im Job-Stress-Index (Quelle: Gesundheitsförderung Schweiz). So gibt es natürlich sehr viele verschiedene Stressoren (also Quellen von Stress), welche nicht zwingend auf Technostress zurück zu führen sind. Die Studie listet folgende Kategorien auf:

  • Aufgabenbezogene Stressoren: z.B. Zeitdruck, Monotonie, hohe Komplexität, Unterbrechungen
  • Soziale Stressoren: z.B. soziale Interaktionen mit Vorgesetzten, Mitarbeitenden und Kunden; Konflikte, Mobbing, Aggression am Arbeitsplatz, mangelndes Feedback
  • Arbeitszeitbezogene Stressoren: z.B. Schichtarbeit, Überstunden
  • Rollenstressoren: z.B. Rollenüberlastung (zu viel, zu kompliziert), Rollenkonflikt (widersprüchliche Erwartungen), Rollenambiguität (unklare Erwartungen)
  • Laufbahnbezogene Stressoren: z.B. Unterbeschäftigung, geringe Aufstiegsmöglichkeiten, Arbeitsplatzunsicherheit
  • Organisationale Veränderung: z.B. Einführung neuer Technologien, Unternehmenszusammenschluss
  • Physische Stressoren: z.B. physische Arbeitsbedingungen wie Lärm, Schmutz, chemische oder toxische Substanzen
  • Traumatische Stressoren: z.B. Unfälle, sehr gefährliche Aktivitäten

Direkten Einfluss scheint der Technostress, also derjenige welche eindeutig und unmittelbar durch den Einsatz von digitalen Helfern verursacht wird, also primär am ehesten auf die Themen Zeitdruck oder Unterbrechungen aber auch durch die Einführung von neuen Technologien. Wie Studien aber auch herausfanden, sind gerade monotone Arbeiten, welche hier noch als Stressoren genannt werden nicht zwingend nur negativ (Quelle: Jens Corssen, Der Selbst-Entwickler). So helfen einfache, monotone Arbeiten schnell und präzise ausgeführt, sich von negativen Gedanken und Grübeleien abzulenken und gleichzeitig auch noch Selbst-Vertrauen aufzubauen, wenn man merkt, dass man in der Lage ist solche Arbeiten ebenso präzise und effizient auszuführen.

Aber auch die anderen Faktoren, welche nicht eindeutig dem Technostress zuzuordnen sind, können von der Digitalisierung gefördert werden. Wie schon früher in diesem Blog beschrieben (Was ist Digitalisierung) heisst sie auch: Digitalisierung solle viel weniger als ein Ding als ein Weg, Dinge zu tun, angesehen werden. Oder auch: „Die Digitalisierung ist ein durch technologische Entwicklungen getriebener bzw. ermöglichter Transformationsprozess von Unternehmen bzw. ganzen Branchen, der weitreichende strategische, organisatorische sowie soziokulturelle Veränderungen mit sich bringt.“ (Petry, 2016, Siehe Position 366 Amazon Kindle E-Book). In diesem Kontext gesehen kann man davon ausgehen, dass gerade die Digitalisierung wie früher auch bereits die Industrialisierung einen direkten Einfluss auf unser Leben und unser Stress-Empfinden hat. Nicht umsonst wurde der Begriff „Digital Detox“ also erfunden und widmen sich in der Schweiz heute sogar Krankenkassen dem Thema – wie zum Beispiel die Helsana.

Meine persönliche Meinung dazu geht auch in die Richtung, dass wir als Menschen gar nicht digital sind sondern nach wie vor analog. So gibt es so tolle Ausbildungen wie den MAS Digital Business (wie ich ihn selbst absolvierte) aber so wie wir die Welt heute Digitalisieren und das auch toll finden, so sehr sollten wir auch an uns selbst arbeiten und Digital-Detox nicht einfach nur als coolen Trend anschauen (einer mehr) sondern effektiv erst einmal lernen, mit der ganzen Digitalisierung umzugehen und verstehen, was diese eigentlich mit uns macht. Ich werde es jedenfalls tun und in künftigen „BlogSonntag“-Posts genauer darauf eingehen.

In diesem Sinne: schönen Sonntag und versucht auch etwas digitales Detox in den heutigen Tag hinein zu bringen.

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