Spenden oder Crowdfunding: Unterschiede

Aus aktuellem Anlass und weil wir auch auf letshelp.ch neu neben dem klassischen Spenden auch Crowd-Donation anbieten, möchte ich hier eine Auszug aus meiner Masterarbeit „Digital Fundraising“ mit einer Erklärung der Unterschiede publizieren. Um die Unterschiede des Spenden-Business und der digitalen Variante Crowdfunding anzuschauen werden diese sich gegenübergestellt.

Das Spenden kann in zwei Dimensionen gesehen werden – entweder man spendet für eine Organisation oder für ein konkretes Projekt. Das Projekt kann als Einstieg gesehen werden, auch als erste Stufe auf der Spendenpyramide. Während die Mehrfach-, Dauer und Gross-Spender die Arbeit einer Organisation bereits kennen und diese regelmässig unterstützen muss der Interessent auf der untersten Ebene erst gewonnen werden. Die These von Günther (Günther & Metzger, 2016) zeigt aber, dass viele Spender heute gar nicht wissen wollen, wofür sie spenden, sondern es viel wichtiger ist, für eine Organisation zu spenden.

Im Crowdfunding, dem digitalen und modernen Weg ist es heute aber so, dass primär für Projekte Gelder aufgebracht werden. Es scheinen ganz andere Mechanismen zu spielen, sobald Menschen digital unterwegs sind und hier etwas Gutes tun möchten, als wenn sie im klassischen Sinn spenden. Die folgende Übersicht zeigt, dass auch unterschieden werden kann, dass der klassische (offline) Beitrag für eine Organisation als Spende bezeichnet werden kann, wobei im Crowdfunding häufig von Investition gesprochen wird. Die wörtliche Übersetzung spricht auch von „Finanzierung“ oder „Aufbringung von Mitteln“.

Die Unterschiede sollen bei der Literatur-Recherche auf den nächsten Seiten etwas mehr auseinander genommen werden. Zuerst wird der Motivbegriff zum klassischen Fundraising etwas näher betrachtet.

Spenden Crowdfunding
Viele Individuen Ein Schwarm
Langfristig Kurzfristig
Bezogen auf Organisation Projektgebunden
Hoher Kostenaufwand Vorteile Digitalisierung und dadurch geringere Kosten
Es muss sich rechnen Long Tail
Spende Investition
Keine Gegenleistung Gegenleistung im Reward-Based Crowdfunding

Tabelle – Spenden oder Crowdfunding: Unterschiede (Quelle: eigene Darstellung)

letshelp.ch in neuem Kleid

Medien-Mitteilung in eigener Sache zu letshelp.ch: 

Wir freuen uns heute mit euch in die nächste Phase der Crowdfunding-Initiative letshelp.ch zu starten. Seit dem Go-Live im letzten Juni haben wir dank eurer Unterstützungen über 30 Projekte Co-finanziert und damit Menschen aus der ganzen Welt erreicht. Vielen Dank dafür!

Neben Projektbeiträgen haben wir von euch als Spenderinnen und Spender auch Rückmeldungen zur Plattform und deren Funktionalität erhalten. Auch die teilnehmenden Hilfsorganisationen haben uns dabei unterstützt letshelp.ch noch weiter auf ihre Bedürfnisse auszurichten. Nachdem wir während den letzten Monaten daran gearbeitet haben diese Anregungen umzusetzen, freuen wir uns auf den heutigen Tag.

Wir können letshelp.ch in einem neuen Kleid und mit neuen Funktionen ausgestattet präsentieren. Die wichtigsten Änderungen sind das neue Design, neue Bezahlmöglichkeiten für kleinere Organisationen und eine neue Projektkategorie: Crowddonation!

Crowddonation vs. Spenden

Bei Crowddonation entscheidet der Schwarm: Ein Projekt wird nur dann umgesetzt, wenn sich genügend Interessierte finden und wenn das Spendenziel erreicht wird. Statt durch einen grossen Betrag wird ein Projekt durch viele kleine Beiträge finanziert. Es geht um alles oder nichts: Wenn ein Projekt in der vorgesehenen Zeit sein Spendenziel nicht erreicht, wird es nicht finanziert und kommt also nicht zustande. Der Betrag, den Interessierte einem Projekt geben möchten, wird reserviert. Die Gültigkeit deiner Kreditkarte oder PostFinance Card wird geprüft, indem ein Franken abgebucht und gleich wieder gutgeschrieben wird. Wenn das Projekt nicht zustande kommt, wird der reservierte Betrag nicht belastet. Sobald das Spendenziel erreicht ist, wird der reservierte Betrag abgebucht. Spenden sind einfach erklärt, denn jede Spende zählt: Dein Beitrag fliesst auf jeden Fall und direkt in das Projekt deiner Wahl. Deine Spende wird gleich von deiner Kreditkarte oder PostFinance Card abgebucht.

Deepdive Videowerkstatt

Am letzten Samstag lernte ich etwas über Video. Die HWZ bot mir die Gelegenheiten bei den Profis und Kollegen von Corpmedia das Handwerk an einem Tag zu erlernen. Konkret heisst das, ich lernte neben einigem theoretischem Wissen die Handhabung von Kameras und dem sinnvollen Einsatz von geeigneten Lichtquellen. Wir nutzten zwei Kameras – beides Canon Fotokameras welche sich offenbar hervorragend für diesen Zweck eigenen. Nachmittags durften wir dann an die Mac und unsere Videos schneiden. Zugegeben – nach den zwei Stunden war ich zwar schon ganz schön angefressen aber noch immer blutiger Anfänger. Ich finde zwar, dass sich mein Resultat sehen lassen kann – aber ein Profi sieht das sicher anders. Deshalb werde ich wohl weiterhin wenn möglich auf Profis setzen. Aber seht selbst.

Deine NGO möchte eine Crowdfunding- oder Spenden-Kampagne durchführen – wie geht das?

Möchtest du in der Schweiz digital Spenden sammeln oder gar ein soziales, ökologisches oder kulturelles Hilfsprojekt durchführen und finanzieren, dann ist letshelp.ch die erste Adresse. Die Plattform bietet die nötigen Instrumente sowie die Reichweite um ein junges und digital affines Zielpublikum anzusprechen und zur Spende zu bitten. Das Team hinter letshelp.ch hat das nötige Wissen und die Erfahrung dir dabei zu helfen und dich zu unterstützen. Swisscom unterstützt im Namen ihrer unternehmerischer Verantwortung Zewo zertifizierte Organisationen dabei digital zu werden und ihre erste Crowdfunding Kampagne durchzuführen.

Welche Spendenorganisationen dürfen bei letshelp.ch mitmachen?

Projekte einreichen und über letshelp.ch durchführen können alle Schweizer Spendenorganisationen welche Zewo zertifiziert sind.

Wie reichst du dein Projekt ein?

Sende ein Mail an die Adresse info.letshelp@swisscom.com

Wie läuft das Onboarding ab?

  1. Hast du ein gutes und konkretes Projekt mit Zielbetrag und Zeitpunkt an welchen die Summe zusammengetragen sein muss? Oder möchtest du für den generellen Cause deiner Organisation über längere Zeit hinweg Spendengelder sammeln? Mach Dir dazu Gedanken und notiere diese grob.
  2. Nimm Kontakt mit dem letshelp.ch Team auf. Entweder sendest du ein Mail an die Adresse info.letshelp@swisscom.com oder du rufst Gregor (+41 79 765 38 63) oder Janic (+41 76 358 07 07) an.
  3. In einem ersten Schritt klären wir zusammen ab, ob es sich bei deinem Vorhaben um eine Crowd Donation Kampagne nach dem All-or-nothing Prinzip handelt oder um eine generelle Spenden-Kampagne nach dem Keep-it-all Prinzip. Beides hat seine Vorteile und kann unterschiedlich eingesetzt werden.
  4. Wir klären mit dir ab, welche weiteren Schritte wir einleiten können. So werden wir zusammen mit einem Fragebogen klären, wie weit ihr seid um über soziale Medien digitales Fundraising oder Crowd Donation zu betreiben. Je nach Bedarf befähigen wir euch an einem halb- oder ganztägigen Workshop dazu, eure Kampagne möglichst erfolgreich durchzuführen. Dabei werden wir auch gemeinsam die Projektbeschreibung erarbeiten, einen Redaktionsplan für die Kommunikation über eure bestehende Kanäle erstellen und die nötigen Verträge für die Zahlungsabwicklung erstellen.
  5. Sobald die Zahlungsanbindung steht, was üblicherweise zwei bis drei Wochen in Anspruch nimmt, du ein Projekt vorbereitet hast und der Redaktionsplan für die Vermarktung und Bekanntgabe deiner Kampagne steht, kann es los gehen.

Und dann?

Das findest du in einem anderen Blog-Artikel heraus.

Digital Fundraising in der Schweiz – ein erster Überblick

Das nachfolgende Management Summary meiner Masterarbeit für den MAS Digital Business mit dem Thema Digital Fundraising in der Schweiz soll einen ersten kurzen Überblick darüber geben, was in den kommenden Tagen und Wochen noch zu erwarten sein wird.

Wir haben den Telefax, Schreibmaschine und CDs ins Museum gebracht, denn die Digitalisierung ändert alles; auch altehrwürdige Themen wie Philanthropie und Altruismus dürfen sich davor nicht verschliessen und können profitieren. 2001 schrieb Harvard Professor James Austin bereits, „die ePhilantropie ist hier und bleibt hier. Es wird die Art und Weise verändern, wie im humanitären Bereich gespendet wird sowie wie die Technologie die Geschäftswelt verändert“ (Austin, 2001, o. S.). Und noch heute hört man bei der Befragung von NGOs zum Thema Sätze wie „Auf dieser Welle reiten wir noch nicht mit, sorry“ (Anonyme Antwort zur Umfrage, 2016).

Die Forschung zum Thema Digital Fundraising im deutschsprachigen Raum hat in den letzten Jahren erst damit begonnen Themen wie Crowddonating genauer zu untersuchen. Im englischsprachigen Gebiet ist man um einiges weiter. Fundraising, selbst über herkömmliche Wege, ist dagegen schon breit untersucht worden.

Die Theorien welche heute als Grundlagen im Fundraising auch in der Praxis nach wie vor angewandt werden, geben da und dort bereits Tipps zur Anwendung von Online Tools. Nach wie vor wird allerdings die Verwendung von herkömmlichen offline Marketing-Tools erwähnt und auch angewandt. Crowdfunding auf der anderen Seite ist hingegen schon in der Tiefe analysiert. Dort helfen auch moderne Tools um erfolgreiche Strategien zu messen und wissenschaftlich auszuwerten. Die beiden Ansätze werden auf den folgenden Seiten analysiert und gegenübergestellt. Eine Analyse des Marktes zeigt einen Überblick, wo dieser steht, was bereits erreicht wurde und wo noch Lücken sind. Interviews mit Experten geben den theoretischen Grundsätzen einen praktischen Bezug und bestätigen diese.

Aktuelle Studien zeigen noch geringe Anteile der Digitalisierung im Spendenmarkt (RaiseNow & Amazee, 2016). Analysiert werden kann allerdings jeweils nur der Anteil der Spendengelder, welche über sogenannt digitale Kanäle generiert werden. Literaturanalysen zeigen auf, dass Fundraising aber viel mehr ist als der reine Geldfluss. Die Motivation der Spender über die Kommunikation des eigentlichen Zwecks einer Organisation sowie Herstellung der Themen-Affinität mit den Interessenten gehören ebenso dazu. „Feel nothing, donate nothing“ ist ein wahrer Satz aus der Szene. Bei der Analyse bestehender Web-Präsenzen der Zewo zertifizierten Organisationen zeigt sich, dass zwar alle Online sind, aber erst ein Teil davon auch digital Spenden entgegennimmt. Interviews mit Experten zeigen auf, wie diese Arbeiten und wo sie die Herausforderungen sehen.

Literaturanalyse sowie Interviews und eigene Beobachtungen zeigen Mankos auf beiden Seiten auf: die Spender sind noch nicht rein digital unterwegs aber die Organisationen selbst haben noch viel grössere Lücken aufzuweisen. Es fehlt zwar der Handlungsbedarf aber auch das Wissen, die Ressourcen und die Zeit um das Thema wirklich ernst zu nehmen. Massnahmen um dies zu verbessern sind durchwegs keine Neuigkeiten – Wissen um effiziente Anwendung von digitalen Tools muss nur angewandt werden aber die Organisationen sollten dazu erst einmal befähigt sein.

Master Digital Business

Heute habe ich das Resultat meiner Masterarbeit für das Erlangen des MAS Digital Business auch noch auf Papier erhalten. Nachdem ich am Montag bereits per E-Mail über den Erfolg informiert wurde kam heute die positive Überraschung: ich habe die Note 5.2. erhalten. Das ist eine der besten Noten welche ich je für so eine Arbeit erhalten habe. Und dann auch noch für die Masterarbeit. Ich kann es kaum glauben und mich nur bei allen bedanken, die mich dabei unterstützt haben. Dazu werde ich in naher Zukunft damit beginnen, Auszüge aus der Arbeit hier zu publizieren. Beginnen werde ich mit einer Einführung, der Danksagung sowie einer persönlichen Reflexion – 1:1 aus der Arbeit übernommen 🙂

Worum es ging in meiner Arbeit „Digitale Fundraising in der Schweiz“

Das Gute an solchen Arbeiten ist, dass man sich in Themen einlesen muss, welche man sonst eher links liegen lassen würde. Eine Literaturrecherche zum Thema Fundraising passt da voll hinein. Schwieriger wird es, wenn man ein so altes und gut beschriebenes Thema digitalisieren möchte. Literatur ist da schon sehr schwer zu finden.

Seit gut einem Jahr bin ich nun aber selbst in dieser „Szene“ drin und betreibe mit letshelp.ch eine Crowdfunding-Plattform für Spendenorganisationen mit Zewo Zertifikat. Die Arbeit öffnet einem die Augen. Man lernt täglich viele interessante Aspekte des Lebens in Form von Projekten kennen. Projekte welche sozial, gemeinnützig und humanitär sind. Man lernt „das Elend dieser Welt“ kennen oder sieht zumindest, dass es nicht allen so gut geht wie uns. Und man sieht, dass es sehr viele Menschen und Organisationen gibt, welchen dies nicht egal ist. Es gibt in der Schweiz etwas über 500 solcher, welche zertifiziert sind und die Welt etwas besser machen wollen. Daneben gibt es auch einige hundert oder wohl gar einige tausend mehr, welche dies ohne Siegel und ohne Bekanntheit in der breiten Öffentlichkeit tun. Sie alle sind selbstlos unterwegs und versuchen entweder mit eigenen Mitteln oder mit Almosen und Spendengeldern aus der Bevölkerung oder vom Staat und anderen Firmen Gutes zu tun.

Da wo das Internet, die Digitalisierung und die Industrialisierung schon vieles verändert haben, sollte doch auch die Gemeinnützigkeit profitieren können. Bisher bringt genau diese doch vor allem für die Konsumenten Verbesserungen, mehr Transparenz sowie Dialog mit Gleichgesinnten und Anbietern. Wieso also nicht auch den Non-Profit Organisationen? Gerade hier wäre es doch von Vorteil zu digitalisieren und zu verbessern.

Recherchen und Studien zeigen auch auf, wie lukrativ der Spendenmarkt ist und um welche Summen es geht. Im Jahr 2014 wurden über 1,8 Millionen Schweizer Franken gespendet und die Tendenz zeigt generell nach oben. Naturkatastrophen aber auch kriegerische Ereignisse lassen das Barometer noch mehr steigen und damit auch die digitalen Spenden welche über SMS eingehen.

Aber ist Fundraising nur alleine Spendensammeln oder geht es nicht auch um mehr? Definitionen gefunden in der Literatur zeigen, dass der Prozess nicht alleine den Geldfluss abdeckt, sondern auch die Verantwortung der Information für die breite Öffentlichkeit beinhaltet. Und diese will ja nicht nur reine Werbebotschaften von grossen Spendenorganisationen lesen, sondern auch transparent darüber aufgeklärt werden, wo geholfen wird und was bewirkt wird.

Also so verstaubt ist dieses Geschäft nicht und jeder, der etwas dazu beiträgt hilft damit!

Dank

Eine Ausbildung, wie diejenige der HWZ zum Thema Digitalisierung, zu einem leicht angestaubten Thema wie Fundraising zu beenden, ist eine Herausforderung die Spass macht. Deshalb gilt mein Dank erst einmal der HWZ und all seinen Dozenten dafür, dass ich mit ihnen so viel lernen konnte. Besonderer Dank gilt Rino Borini dafür, sich mir und meiner Masterthesis als Dozent anzunehmen und dafür, dass er mir geholfen hat, das Thema richtig anzupacken. Weiterer Dank gilt meiner Frau Nina fürs Korrekturlesen und dafür, dass sie mich in den letzten Monaten ausgehalten hat und teils nichts von mir hatte, während dem ich diese Arbeit schrieb. Ich bin auch sehr froh und dankbar für die vielen Interviews und Inputs von Hansueli Gujer, Andreas Pages und Tony Burgener. Diese Inputs waren sehr wertvoll. Natürlich bin ich auch dankbar dafür, zusammen mit meinen Arbeitskollegen auch im Geschäft an diesen Themen zu arbeiten. Und: Dank all den Spendenorganisationen in der Schweiz und weltweilt für die unglaubliche Arbeit!

Reflexion

Das Schreiben dieser Arbeit war ein Wechselbad der Gefühle. Wie immer ist es interessant zu sehen, dass das Schreiben einer solchen Arbeit irgendwie nie zu Ende ist. Jede investierte Stunde auch für Korrekturen bringt wieder neues zu Tage. Der Autor (also ich – aber wie gesagt ist das 1:1 übernommen) war sich nach drei absolvierten CAS und entsprechenden drei schriftlichen Arbeiten zwar gewohnt, Themen wissenschaftlich aufzubereiten – die Anforderungen an die Master Thesis sind allerdings gleich ein Stück höher. Das Erstellen dieses Dokumentes neben der Arbeitstätigkeit auf der anderen Seite ist – und es soll den Kollegen nicht besser oder schlechter gehen dabei – eine grosse Herausforderung. Fehlende Freizeit sowie teils auch Schlaf waren immer wieder die Konsequenz. Andererseits ist es ja doch auch so, dass das Thema der Arbeit einen Bezug zu den aktuellen beruflichen Projekten des Autors hat. So ist es sehr interessant für die berufliche Praxis grosses Fachwissen aufzubauen, welches noch nicht vorhanden war. Durch Beruf wie auch diese Arbeit hat sich aber auch verstärkt ein Bedürfnis eingestellt, philanthropisch und altruistisch tätig zu werden und Organisationen in ihrer wertvollen Arbeit zu unterstützen. So ist die wichtigste Erkenntnis am Ende, neben dem Wissen um den grossen Aufwand für das Erstellen einer Master Thesis, die Wichtigkeit der Tätigkeiten von Spendenorganisationen. Und dafür grosse Dankbarkeit.

Was ist Digitalisierung?

digitalisierungDigitalisierung kann auf zwei verschiedene Arten interpretiert werden. So ist auf der einen Seite die einfachste Erklärung, dass es sich dabei um die Aufarbeitung, Verbreitung und Speicherung von Daten auf digitalen Systemen handelt. Was wir heute aber feststellen umschreibt folgende Erklärung von Petry (2016) um einiges passender: „Die Digitalisierung ist ein durch technologische Entwicklungen getriebener bzw. ermöglichter Transformationsprozess von Unternehmen bzw. ganzen Branchen, der weitreichende strategische, organisatorische sowie soziokulturelle Veränderungen mit sich bringt.“ (Petry, 2016, Siehe Position 366 Amazon Kindle E-Book). Im gleichen Buch schreibt Karl Dörner, die Digitalisierung solle viel weniger als ein Ding als ein Weg, Dinge zu tun, angesehen werden.

Digital führende Unternehmen sollen gemäss dem MIT (George, 2012) einen um 9% höheren Umsatz erzielen. Weiter sind sie um 26% profitabler und haben einen um 12% höheren Unternehmenswert.

Das von Petry erarbeitete Modell der Digitalisierung (Petry, 2016, siehe Amazon Kindle E-Book Position 421) sowie des digitalen Leadership sieht vereinfacht wie folgt aus:

Treiber der digitalen (R)Evolution sind:

  • Technologische Entwicklungen
  • Gesellschaftliche Entwicklungen

Diese führen zu folgenden Konsequenzen der digitalen (R)Evolution:

  • Veränderungen der Wettbewerbssituation
  • Veränderung des Kundenverhaltens
  • Veränderung der Arbeit
  • Veränderungen in der Erwartung an die Führung
  • Veränderung der Führungsansätze- und Tools in der digital Economy (z.B. durch partizipative Workshop Methoden, partizipative Prognosemethoden, agile Managementansätze sowie „Lernen von Start-ups“).

Lässt man die technologische Entwicklung für eine detailliertere Betrachtung dieses Modells weg, sieht man vor allem die gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen. Es verändert sich einerseits das gesamte Geschäftsmodell und die Erwartungen des Kunden mit einer Selbstverständlichkeit, dass alles digital (technologisch sowie in der Agilität gesehen) ist. Aber auch von den Beteiligten im Markt als Anbieter von Dienstleistungen wird einiges erwartet. So kann die Veränderung von Arbeit und Führung einerseits als Kunden-Verständnis aber auch in der Effizienz der angebotenen Dienstleistungen gesehen werden. Partizipative – oder soziale Führungsmethoden mit Einbezug der Crowd (bei Crowdsourcing gar in die Entscheidungsfindung bei der Suche nach neuen Projekten) sowie agiles und sich schnell angepasstes Zusammenarbeiten sind neue Herangehensweisen, wie sie heute noch kaum anwendet werden.